Bahnhaltepunkt für Moisling

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Standort des neuen Bahnhaltepunkts Lübeck-Moisling, Foto: TOLLERORT

Moisling soll besser an das Nahverkehrsnetz zwischen Lübeck und Hamburg angeschlossen werden. Mit einem Bahnhaltepunkt ergeben sich große Potenziale und positive Entwicklungschancen für den Stadtteil Moisling. Der Haltepunkt entsteht voraussichtlich im Bereich der Schienen östlich der Brücke Oberbüssauer Weg. Geplant sind zwei 300 Meter lange Bahnsteige entlang beider Gleise, die über Fußwege an den Oberbüssauer Weg angeschlossen werden und barrierefrei zugänglich sein sollen. Die Gestaltung des Haltepunkt-Umfelds übernimmt die Hansestadt Lübeck.

Die zukünftige Ausgestaltung und Ausstattung des Bahnhaltehaltpunkts orientiert sich maßgeblich an der geschätzten, zukünftigen Aufteilung des Verkehrsaufkommens (der sogenannte Modal Split): Der Schwerpunkt wird eindeutig auf umweltfreundlichen Verkehrsmitteln liegen, und zwar auf dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV, hier Bus), dem Fahrrad und dem Fußgängerverkehr (insgesamt 90 Prozent). Der Anteil der zu erwartenden Pkw-Verkehre beläuft sich auf 10 Prozent. Daher ist der Bahnhaltepunkt in erster Linie als Stadtteilbahnhof geplant, das heißt für den Stadtteil und die Bewohner:innen Moislings. Der Fokus liegt daher auf einer starken ÖPNV- und Radwegeanbindung, nicht auf der Bereitstellung von Parkplätzen.

Durch seine Ausstattung soll der Haltepunkt für umweltfreundliche Verkehrsarten attraktiv gestaltet werden.

  • Vorplatz, Bus-Haltestellen und Park+Ride-Stellplätze sind auf der Brücke Oberbüssauer Weg angeordnet
  • Der Umstieg zwischen Bus und Bahn erfolgt zentral auf Höhe der beiden Zugänge zum Bahnhaltpunkt. Es ist möglich, den Umsteigebereich als Begegnungszone zu gestalten: Eine gepflasterte Fahrbahn kann hier dazu beitragen, dass Fußgänger:innen die Straße sicher queren können.
  • In unmittelbarer Bahnsteignähe (nördlich und südlich) sind Vorfahrten für Pkw zum Bringen und Abholen (eine sogenannte Kiss+Ride-Zone) vorgesehen.
  • Ein langgestrecktes Gebäude ist an der Nordseite des Bahnsteigs geplant. Hier sollen eine Fahrradabstellanlage und ggf. Schließfächer, Lademöglichkeiten, Reparatursäule; Fahrkartenautomatenund Information sowie ein Kiosk (ggf. mit WC) untergebracht werden. Es dient gleichzeitig auch als Lärmschutz.

Vorteile des Bahnhaltepunktes sind zum einen die enormen Fahrzeitersparnisse: Die Fahrzeit nach Lübeck Hauptbahnhof wird etwa drei bis vier Minuten und nach Hamburg Hautbahnhof 36 Minuten betragen. Zum anderen werden die Fahrtkosten von Lübeck-Moisling zum Hamburger Hauptbahnhof voraussichtlich um rund 25 Prozent sinken. Erste Schätzungen gehen von 1.500 Ein- und Aussteiger:innen pro Tag aus. Das entspricht 750 Personen, die über den Tag verteilt von Moisling wegfahren – und 750 Personen, die über den Tag verteilt wieder in Moisling ankommen.

Bei großen Projekten kommt es immer auch zu Änderungen und Verzögerungen in der Planung: So sind die Bahnsteige noch einmal deutlich länger als ursprünglich geplant. Daher müssen auch alle anderen Planungen noch einmal angepasst werden, was Zeit in Anspruch nimmt. Zum jetzigen Stand sollen die Bauarbeiten bis ins Frühjahr 2023 andauern und der Bahnhaltepunkt zum Fahrplanwechsel 2023 seinen Betrieb aufnehmen. Voraussetzung dafür ist wiederum, dass das Planungsrecht für den Bahnhaltepunkt vorliegt. Erst dann können die Bauarbeiten beginnen. Alle Terminnennungen sind daher als Prognosen zu verstehen.

Was bisher geschah:
Auf den Sitzungen des Beirats informiert das Quartiersmanagement und die Hansestadt Lübeck laufend über den aktuellen Stand der Planungen zum Bahnhaltepunkt. So waren im November 2019 Lukas Knipping (Verkehrsplaner der NAH.SH GmbH), Roland Neumann (Agentur BahnStadt), der die Gestaltung und Ausstattung des Haltepunkts plant, und Michael Bienick (Verkehrsplaner des Bereichs Stadtplanung und Bauordnung der Hansestadt Lübeck) zu Gast im Beirat und gaben einen aufschlussreichen Einblick in den Stand der Planungen.

 

Die Finanzierung der neuen Bahnsteige erfolgt zu 100 Prozent durch die Deutsche Bahn AG. Die Hansestadt Lübeck muss lediglich die Gestaltung des Umfelds finanzieren, wobei diese Maßnahmen bis zu 75 Prozent aus Landesmitteln bezuschusst werden können.

Stand: Juni 2020